Nov
02
2009

Harry

Kanarische Dattelpalme (span. palmera canaria)
Eine der schönsten und charakteristischsten Pflanzen der Insel Teneriffa, die man des öfteren auch auf unseren Wanderungen sieht, ist wohl die endemische Palmenart Phoenix canariensis, die Kanarische Dattelpalme (span. palmera canaria). Diese Palme zählt zur Gattung der Dattelpalmen, allerdings sind die orangen Früchte nicht geniessbar. Insgesamt gibt es 14 verschiedene Arten der Dattelpalme, gegessen werden nur die Datteln der Echten Dattelpalme (Phoenix dactylifera) aus dem nordafrikanischen Raum.
Die Kanarische Palme kann über 15 Meter hoch werden, mit einem Stammdurchmesser bis 150cm. Ihr Vorkommen beschränkt sich nicht nur auf die Kanarischen Inseln, auch auf den Azoren, Madeira und auch im Mittelmeerraum ist sie häufig zu sehen.
Auf Teneriffas Nachbarinsel La Gomera wird heute noch der Palmensaft genutzt und als Palmenhonig (miel de palma) verkauft. Passt z.B. wunderbar zu Ziegenkäse oder gebratenem Speck.

Phoenix canariensis
Tags: Kanarische Dattelpalme
Jul
27
2009

Harry
Bei Rizinus denkt man als erstes wohl an das bekannte, abführend wirkende Rizinusöl aus der Apotheke. Schon seit 6000 Jahren wird die Pflanze angebaut. Bereits die alten Griechen Paracelsus und Hippokrates benutzten diese Heilpflanze.
Das Öl gewinnt man aus dem Inhalt des Samens (auch Castorbohnen genannt). Vorsicht ist aber geboten, da in den Schalen der Samen das giftige Rizin enthalten ist, das bei der Herstellung des Öls als Rückstand zurückbleibt. Das heisst Finger weg von den Samen, schon die Einnahme kleiner Mengen kann sogar zum Tod führen. Auf Teneriffa ist diese Pflanze häufig zu sehen. Ursprünglich stammt der Rizinus aber aus den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, er hat sich aber mittlerweile weltweit verbreitet.
Der zu den Wolfsmilchgewächsen zählende Rizinus kann bis zu 13 Meter hoch werden, das ist abhängig von seinem Standort. Die Samen keimen schnell und leicht, daher beansprucht er gerne brachliegende Felder für sich. Daher sieht man ihn hier eher als Unkraut.
Weitere Nutzung findet bzw. fand der Rizinus in der Kosmetikindustrie (Cremes, Salben), als Schmieröl, als Haarwuchsmittel, als Rohstoff für Lack- und Farbherstellung, Brennöl und auch in der Textilindustrie.

Blätter des Rizinus

Samen der Pflanze
Tags: Rizinus
Jul
10
2009

Harry

Wolkenmeer und Kiefernwald
Die Kanarische Kiefer (pinus canariensis, span. pino canario) ist ein Endemit der Kanaren, kommt auf allen Inseln vor, ausser auf Lanzarote und Fuerteventura. Eine Überlebenskünstlerin, die sich im Laufe der Evolution an die Umstände der Insel angepasst hat. Durch ihre dicke Rinde und dem sehr harzhaltigen Holz ist sie feuerresistent, treibt also nach Bränden, die auf einer vulkanischen Insel immer wieder vorkommen, neu aus. Ein echtes Wunder der Natur. Sie kann in der Regel Höhen von über 30 Metern und einen Stammdurchmesser von etwa 2,5 Metern erreichen. Auf Teneriffa wächst sie innerhalb von Höhenstufen zwischen ca. 500 bis 2000 Metern. Ihre bis zu 30 Zentimeter langen Nadeln sind der wichtigste Wasserlieferant der Insel. Die feuchten Passatwolken, die in den Höhenlagen der Kiefer auf die Insel stossen, kondensieren an den Nadeln. Die zu Boden fallende Feuchtigkeit nutzt zum kleineren Teil der immergrüne Baum für sich, der Grossteil versickert im Boden und sammelt sich in den sogenannten “Galerias” wieder, welche der Mensch mit Hilfe von langen Wasserstollen anzapft und das wertvolle Wasser gewinnt. Die Kanarische Kiefer zählt zu den charakteristischsten Pflanzen der Insel.

... und treibt neu aus
Tags: Kiefer, Kiefernwald
Jul
06
2009

Harry
Er gilt als eines der botanischen Wahrzeichen der Kanarischen Inseln. Der Baum, der gar kein Baum ist. Der Drachenbaum (Dracaena draco) ist “nur” eine baumförmige Lebensform. Es ist eine aussergewöhnliche Pflanze und viele Legenden erzählen von ihm.
Über den Namensursprung ist man sich nicht ganz einig. Abgebrochene Triebe treiben meist erneut aus und bilden zwei oder mehr neue Triebe. Wie den Drachen der griechischen Legenden, denen man den Kopf abschlug und mehrere Köpfe nachwuchsen.
Er wächst sehr langsam und blüht nur alle 15 Jahre. Aus den Blüten entstehen dann seine charakteristischen, schirmförmigen Verzweigungen. Nach der Eroberung der Spanier war der
Drachenbaum fast vom Aussterben bedroht, da sein Harz (
Drachenblut) als Mundhygiene und auch Farbstoff sehr begehrt war und so der Bestand fast zerstört wurde. Schon die
Guanchen benutzten das Drachenblut um ihre Leichen zu mumifizieren und um Verletzungen zu heilen. Sie verehrten diesen Baum, alle wichtigen Entscheidungen wurden unter dem Drachenbaum getroffen – er galt als heilig. Heute trifft man auf der ganzen Insel
Teneriffa auf Drachenbäume, auch wenn die meisten vom Menschen gepflanzt wurden.

Kanarischer Drachenbaum im Anagagebirge
Der bekannteste ist wohl jener von Icod de los Vinos, der über 500 Jahre alt und etwa 18 Meter hoch ist. Der Kanarische Drachenbaum ist ein makaronesischer Endemit, ist also nur auf den Kanaren, Azoren. Madeira und Kapverden vertreten.

Drachenbaum in Icod de los Vinos

Drachenbaum im Anagagebirge
Tags: Anaga, Drachenbaum, Icod de los Vinos
Jun
26
2009

Harry
Teneriffa ist eine Bananeninsel. Die Geschichte der kanarischen Banane begann schon im 16. Jahrhundert, als Seefahrer die Frucht aus Asien mitbrachten. Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann der Handel, als englische Händler den Weg der Banane von der Karibik nach Europa als zu lang befanden und die Banane sich auf den Kanaren bereits aklimatisiert hatte.
Heute findet man in den europäischen Supermärkten durchwegs Bananen bekannter Firmen aus Mittel- und Südamerika (Chiquita, Dole, Del Monte). Die Inselbanane ist im Vergleich teurer (wird auch subventioniert), benötigt viel Wasser und entspricht nicht den geforderten EU-Normen. Geschmacklich ist der “platano canario“, wie die Banane auf den Kanaren genannt wird, wesentlich aromatischer und besser als die amerikanische “banana”. Die kleinen, zuckersüssen und etwas fleckigen Früchte sind schon seit fast vier Jahrzehnten nicht mehr auf dem deutschen Markt zu finden.
Geerntet wird zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr. Nach 12 bis 15 Monaten ist die Mutterpflanze erntebereit und sorgt zeitgleich für einen Sprössling (Tochterpflanze). Eine Fruchtstaude trägt bis zu 300 Bananen und kann über 50 Kg wiegen.
Hier die offizielle Webseite der “Platano de Canarias” mit vielen weiteren Informationen (auf englisch).
Platano de Canarias



Tags: Kanarische Banane